ATP Paris: Davis-Cup-Asse Miedler/Oberleitner siegen und siegen
Die aktuelle Hochform von Lucas Miedler und Neil Oberleitner auf der ATP-Tour hält auch drei Wochen vor dem Davis-Cup-Viertelfinalkracher gegen Spanien (am 26. November in Bologna, Italien) unvermindert an. Denn Österreichs Topformation ist in Paris am Freitag beim zweiten gemeinsamen ATP-Masters-1000-Turnierstart erneut der Sprung unter die letzten Vier gelungen. Der Niederösterreicher (ATP-Doppelrang 20) und der Wiener (ATP-Doppel 19) bezwangen am frühen Abend Oberleitners Ex-Doppelpartner Petr Nouza aus Tschechien (ATP-Doppel 41) und den Neuseeländer Michael Venus (ATP-Doppel 102), die ehemalige Nummer sechs der Doppelweltrangliste, nach 1:35-stündigem Kampf mit 6:7 (12), 6:4 und 10:5 im Match Tiebreak. Im Halbfinale am Samstag haben die beiden jetzt eine ganz besonders harte Nuss zu knacken: Mit den zweitgesetzten Christian Harrison aus den USA (ATP-Doppel 4) und Neal Skupski aus Großbritannien (ATP-Doppel 4) warten die amtierenden Australian-Open- und US-Open-Champions. Verstecken müssen sich die ÖTV-Asse freilich nicht: Miedler/Oberleitner hatten vor dem Davis Cup gegen Belgien ihre Partnerschaft offiziell verkündet und halten seitdem – inklusive ihrem Länderkampfsieg – bei einer fulminanten 17:2-Bilanz als Team. Zuletzt hatten die beiden erst am Sonntag bei ihrem Heimspiel bei den Erste Bank Open in Wien triumphiert.
Auch Nouza/Venus vermochten den Siegeszug der beiden nicht zu stoppen, weil sich die Österreicher vom in einem Marathon-Tiebreak verlorenen ersten Satz nicht aus der Ruhe bringen ließen. Auf dem schnellen Pariser Hallenbelag ergaben sich für die Rückschläger wieder relativ wenige Chancen – die einzigen in Durchgang eins fanden Nouza/Venus im sechsten und zehnten Game vor, bei 4:5 und Satzball gegen sich war Miedler trotz eines knallharten Returns an seinen Körper zur Stelle und besserte einen Lapsus am Netz aus dem vorherigen Ballwechsel aus. Im Tiebreak zeigten sich Miedler/Oberleitner von einer verspielten 6:4-Führung sowie einem unglücklichen Minibreak zum 7:8 per Video-Review (Oberleitner hatte beim Abvollieren mit dem Schläger beim Treffpunkt das Netz gequert) nicht beeindrucken, kämpften sich nochmals zurück, gaben den Satz aber nach gesamt vier vergebenen Satzbällen doch ab. Im zweiten Abschnitt schwächelte Nouza zweimal bei seinem Service – bei der in Summe fünften Gelegenheit schlugen Miedler/Oberleitner zum Satzausgleich zu. Im alles entscheidenden Match Tiebreak brachten daraufhin zwei Vier-Punkte-Zwischenspurts von einem 2:3-Rückstand mit Minibreak auf 6:3 und von 6:5 auf 10:5 den Sieg.